Programm in der Kiezkapelle
Bei der Vernissage leitet die Performance ‘Error 404: Soil Not Found’ von Yupanqui Ramos den Abend ein. Anschließend begrüßen die Projektbeteiligten und bieten ein Intro in das Thema der Ausstellung.
In Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin.
Bildergalerie des Eröffnungswochenendes
ERROR 404: SOIL NOT FOUND, Yupanqui Ramos
Performance von Yupanqui Ramos
Freitag, 30.01.2026
ab 18 Uhr
In der Performance von Yupanqui Ramos werden drei performende Personen zu Repräsentant:innen von Mais, Kürbis und Bohnen und zeichnen die Geschichten dieser Pflanzensamen nach. Die Performance zeigt, in welchen Zusammenhängen Saatgut verwickelt ist und welche politischen Entscheidungen hiermit einhergehen. Die Samen sind lebendig und verkörpern Wissen. Hierdurch entsteht eine Perspektive auf Saatgut zum Subjekt. Diese Perspektive findet sich nicht im musealen Objektbegriff wieder. Die Performance soll zu einem Wechsel der Perspektive in Museologie und Botanik einladen.

PORTRAIT OF AN ANTI-HERO
Performance von Leila Patzies / Choreografie von Judith Sánchez Ruíz
Sonntag, 01.02.2026
16 Uhr
Judith Sánchez Ruíz, geboren in Havanna, Kuba, ist eine BIPOC-Choreografin, deren Arbeiten in New York, São Paulo, Berlin sowie auf internationalen Bühnen gezeigt wurden. In ihrer künstlerischen Praxis hinterfragt sie die überwiegend weißen und männlich geprägten Strukturen der Tanzwelt und entwickelt Arbeitsweisen, die Perspektive, Improvisation und künstlerische Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellen.
Leila Marie Patzies erarbeitete das Stück erstmals im Rahmen des PCDCP-Programms Winter 2025 und brachte dabei ihre eigene Perspektive als Künstlerin ein, die sich innerhalb der wettbewerbsorientierten Strukturen des zeitgenössischen Tanzes bewegt. In der Performance wurden Fragen von Identität, Widerstand und persönlicher Handlungsmacht verhandelt – Themen, die eng mit Grains of Memory verbunden sind, einer Ausstellung, die zur Auseinandersetzung mit Macht, Erinnerung und den in gesammelten Objekten eingeschriebenen Geschichten einlädt.

Mythos, Macht, Museum
Was geschieht, wenn Objekte sprechen sollen, aber ihre historischen Stimmen fehlen oder verdrängt werden?
Im Gespräch mit Bénédicte Savoy und Jeanne-Ange Wagne
Sonntag, 01.02.2026
17 Uhr
Sprache: Deutsch
Jeanne-Ange Wagne (Kunstvermittlerin) und Bénédicte Savoy (Kunsthistorikerin) diskutieren, wie Objektbiografien koloniale Machtverhältnisse reproduzieren, koloniale Sammelpraktiken sowie Wege zu einem verantwortungsvollen Umgang mit umstrittenem Erbe. Sie beleuchten ihre Forschung und die Zukunft eines Museums, das Erinnern neu verhandelt.

Das Gespräch bewegte sich von Fragen rund um den Umgang von Objekten mit noch nicht aufgearbeiteten Provinienzen aus der Kolonialzeit, bis hin zum Hinterfragen des Begriffes “Objekt” im musealen Bereich. Zentrale Gesprächspunkte waren internationale Zusammenarbeit, politische Verantwortung von Museen und persönliche Zugänge zu Geschichten und Erzählungen von oder besser gesagt zu “Objekten”. Das Museum als Institution der Wahrheit wurde hierbei grundlegend in Frage gestellt, die Gewalt der Kolonialzeit und deren Präsenz in Archiven benannt und die Forderung nach mehr aktiver Zusammenarbeit und Austausch als Voraussetzung für neue Museumsarbeit und Forschung gestellt.

Finissage
Samstag, 07.02.2026
ab 18 Uhr
Eintritt frei!
Sprache: Deutsch & Englisch
Die Künstler*innen werden anwesend sein, mit einer Abschlussperformance von Yupanqui Ramos. Julia Emslander und Carlos Sfeir werden ebenfalls einige Worte zu ihrer Arbeit sagen.
DANK
Wir bedanken uns herzlich bei allen Gästen, die durch zahlreiches Erscheinen zum Erfolg des Programms beigetragen haben.
